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Photovoltaik-Reinigung

Darf man eine PV-Anlage waschen?

Dem Anlagenbesitzer muß klar sein, dass er durch die Reinigung der Module die Garantie verliert. Dies steht so in den Bedienungsanleitungen der Modulhersteller. Die Reinigungsfirmen müssen auf diesen Punkt hinweisen. Es ist bisher (Stand 2015) kein Modulhersteller bekannt, welcher die Reinigung der PV-Anlage ohne Verlust Garantie zulässt. Als einzige Möglichkeit kann man sich vor dem Anlagenkauf beim Modulhersteller schriftliche Erklärung einholen, dass trotz Reinigung der PV-Anlagen die Gewährleistung und Garantie weiterhin besteht.

Biofilme kosten Ertrag

Eine Reinigung ist in besonderen Fällen notwendig und bringt eine Verbesserung der Leistung. Photovoltaik Reinigungsgräte können jedoch Mikrokratzer auf der Glasoberfläche verursachen. Diese erzeugen Streulicht und kosten wertvollen Ertrag, weshalb nur Fachbetriebe reinigen sollten um Beschädigungen am Modul zu vermeiden. Wissenschaftler der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung fanden heraus, dass Biofilme auf Module die Leistung beeinträchtigen können. Schwarze Pilze und Cyanobakterien besiedeln die Glasoberfläche der PV-Module. Auf dem Deckglas schlucken sie Licht und können dauerhafte Schäden im Glas verursachen. Die Module weisen zwar am Anfang einen Selbstreinigungseffekt auf. Mit den Betriebsjahren nimmt langsam dieser Effekt ab. Eine Reinigung wird mit zunehmendem Anlagenalter sinnvoll. Besonders wenn die vom Hersteller vorgeschriebene Mindestneigung unterschritten wurde.

Wie oft soll eine Anlagenreinigung durchgeführt werden?

Auf Ställen mit Firstentlüftung kann eine Reinigung zweimal im Jahr sinnvoll sein, abgesehen vom Verlust der Gewährleistung und Garantie durch die Reinigung. Ansonsten gibt es nur wenige Fälle in denen eine Leistungssteigerung nach der Reinigung feststellbar ist. Bei der Reinigung geht es vielmehr um den Anspruch an die Ästetik.

Grundsätzlich sollten Module gereinigt werden, sobald Moos vom unteren Modulrand her in den Bereich der Solarzellen wächst. Dies passiert meistens im dritten bis fünften Betriebsjahr. Der Selbstreinigungseffekt von Modulen wird auf Stallungen mit Firstentlüftungen bereits im ersten Betriebsjahr außer Kraft gesetzt. Auf den Modulen bildet sich dabei eine Schicht aus biologischen Ablagerungen. Die Module unterhalb von Firstentlüftungen weisen deshalb einen erheblichen Leistungsrückgang aufgrund der hartnäckigen Verschmutzung auf. Diese Anlagen sollten zweimal pro Jahr gereinigt werden jedoch mindestens einmal jährlich um Ertragsverluste und Beschädigung des Moduls zu vermeiden.

Für die Verschmutzungsrate spielt die Neigung der Module eine wesentliche Rolle. Je flacher die Photovoltaikanlage geneigt ist, desto kürzer sollte das Reinigungsintervall gewählt werden. Die Reinigung sollte dabei immer eine zertifizierte Fachfirma durchführen. Ansonsten drohen Modulbeschädigungen durch evtl. fehlendes Reinigungsfachwissen. Vom Hersteller wird aus diesem Grund eine Mindestmodulneigung vorgeschrieben. Die Unterschreitung der Mindestneigung kostet Ertrag durch vorzeitig verschmutzende Photovoltaikmodule.

Beschädigungsgefahr durch Reinigungsgeräte

Pauschale Prozentangaben zur Leistungserhöhung durch Reinigung sind schwierig. Durch die Reinigung der PV-Anlage können auch Modulschäden entstehen. Deshalb sollte man zur Beweissicherung die PV-Anlage vor und nach der Reinigung thermografieren lassen. Eine Reinigung bedeutet auch immer eine mechanische Beanspruchung für das Modul, die Rahmenabdichtung, die Glasoberfläche und der Zellen. Das Gewicht von Reinigungsgeräten übt auf die hauchdünnen Solarzellen Zellstress aus. Je schwerer das Reinigungsgerät ist und je punktueller die Krafteinleitung, desto höher sind die für das menschliche Auge unsichtbaren Beschädigungen. In den dünnen Zellen bilden sich Mikrorisse, welche Leistungsverluste verursachen.

Autor: Alois Elsner

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